Das Filmbild
Die Beschreibung des Bildausschnitts

Einstellungsgrößen beschreiben die Größe des Bildausschnittes fest. Sie sind gemeinsam mit der Perspektive und der Bewegung der Kamera entscheidend für die Bedeutung, die wir einem Bild und seiner dramaturgischen Funktion für die Geschichte beimessen.

"Es ist ganz einfach. Ich glaube, der Bildausschnitt ist wie das Leben. Auch das Leben bietet nur bestimmte Möglichkeiten. Der Film ist wie ein Rechteck Leben. Es hat dieselben Grenzen. Aber ich glaube, der Film ist ehrlicher, denn er gibt zu, daß er begrenzter Raum ist. Das Leben gibt vor, mehr Möglichkeiten zu bieten. Deshalb ist es eine größere Lüge als der Film."
R.W. Fassbinder in: Ellen Oumano: Filmemacher bei der Arbeit,  Frankfurt/Main 1989 

Die Kamera lenkt unsere Aufmerksamkeit. Sie regelt unsere Nähe und Distanz zum Geschehen auf der Leinwand oder dem Bildschirm. Sie organisiert für den uns den Bildraum und unsere Sicht auf ihn. Sie vermittelt uns, wo rechts und links, vorne und hinten, oben und unten im Bild sind. Damit dies gelingt, muss sie dies so tun, dass wir aufgrund unseres Weltwissens, unserer Erfahrung, von diesen Raumrelationen einen Handlungsraum des Filmes in unserem Kopf entwerfen können.

Die Einstellungsgröße legt die Nähe und Distanz der Kamera zum abgebildeten Geschehen fest, und damit auch die Nähe oder Distanz, die wir als Zuschauer zum Geschehen entwickeln können. Die Bezeichnungen für die Einstellungsgrößen orientieren sich an der Größe der abgebildeten Figuren im Verhältnis zur Bildgrenze. Sie gelten jedoch nicht nur für Figuren, die im Bild gezeigt werden, sondern auch für Gegenstände.

In der Regel wird zwischen acht Einstellungsgrößen unterschieden:
  1. Super-Totale, Panorama oder Weit,
  2. Totale,
  3. Halbtotale,
  4. Amerikanisch,
  5. Halbnah,
  6. Nah,
  7. Groß, Close Up
  8. Detail.
Die verschiedenen Einstellungsgrößen lassen sich auch als Stufen der Konzentration, der Fokussierung betrachten. Die Auflistung der Bezeichnungen macht deutlich, welche Spannbreite von Nähe und Distanz zum Geschehen möglich ist.

Die Bezeichnungen für Einstellungsgrößen sind hauptsächlich als Verständigungshilfen gedacht, die Definitionen variieren, die Grenzen sind fließend.
 
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