Filmton
Töne – On und Off

Die Töne, die die Bilder eines Films begleiten, beeinflussen unser Verständnis der Bilder sehr stark. Das Hörerlebnis eines Films kann uns in eine bestimmte Richtung lenken. Der Ton verändert die Darstellung und Rezeption räumlicher Situationen. Er verleiht dem Filmbild, etwa durch Staffelung von leisen Hintergrundgeräuschen und akzentuierten Dialogen, eine akustisch wahrnehmbare Tiefe. Im professionellen Film arbeiten mitunter bis zu 150 Menschen am Sounddesign.

Die Tonebene eines Filmes selbst setzt sich aus den Elementen Sprache, Musik, Atmos und Geräusche zusammen.

In allen Kategorien unterscheidet man den On-Ton vom Off-Ton. Von On-Ton spricht man, wenn die Tonquelle im Bild zu sehen ist, von Off-Ton, wenn sie nicht zu sehen ist. Durch den Off-Ton können Handlungselemente, die räumlich außerhalb der Handlungsbegrenzung angesiedelt sind, in die Erzählung eingebunden werden. Die Bezeichnungen kommen aus dem Englischen on the screen, bzw. off the screen.

Karel Reisz, Filmmacher und –theoretiker nimmt eine andere Entscheidung vor: Er unterscheidet jede Art von Ton in synchron und asynchron. Synchroner Ton hat seine Quelle im Bild, asynchroner Ton kommt von außerhalb des Bildes. Weiterhin unterscheidet man parallelen und kontrapunktischen Ton. „Paralleler Ton ist aktuell, synchron und mit dem Bild verbunden. Kontrapunktischer Ton ist kommentierend, asynchron und dem Bild entgegengesetzt.“

Diese Unterscheidung kann man für alle auditiven Gestaltungsmittel vornehmen. Paralleler und kontrapunktischer Ton unterscheidet, ob der Ton mit dem Bild oder gegen das Bild arbeitet. Der Hollywood-Tonstil war ausgesprochen parallel. Ein gutes Beispiel für kontrapunktisch eingesetzten Ton ist Stanley Kubricks A CLOCKWORK ORANGE.

 
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