Filmlicht
Lichtgestaltung

Lichtgestaltung ist vor allem für die Schaffung des filmischen Raumes wichtig. Jede Raumdarstellung ist von Licht geprägt. Ohne Licht bleibt das Gezeigte flach, zweidimensional, ohne Plastizität. Durch Licht werden die zweidimensionalen Bilder des Films und des Fernsehens dreidimensional, plastisch.

„Lichtspiel wird der Film genannt, und letztens ist er auch nur ein Spiel des Lichts. Licht und Schatten sind die Mittel dieser Kunst. Ob Mienen- oder Gebärdenspiel, Seele, Leidenschaft oder Phantasie: zuletzt ist alles doch nur Fotografie, und was die Fotografie nicht ausdrücken kann, das wird der Film nicht enthalten.“
Béla Balázs, Filmtheoretiker, 1928

„Fotografie ist Malen mit Licht."
Anonym

Licht lenkt die Aufmerksamkeit des Zuschauers. Licht und Schatten ordnen die Gegenstände im Raum.

Licht und Schatten untrennbar miteinander verbunden. Denn sie geben dem Zuschauer den entscheidenden Eindruck von den Dimensionen des Raumes. Ihre Verteilung modelliert die Dinge und ermöglicht es dem Betrachter auf deren Form zu schließen. Die An- und Abwesenheit von Glanzlichtern und Reflexen gibt uns Auskunft über die Beschaffenheit ihrer Oberfläche. Mit der Lichtgestaltung im Film lassen sich so Strukturen hervorheben.

Auch für die Darstellung der Menschen im Raum spielt Licht eine wichtige Rolle. Mit Licht kann es gelingen Stimmungen zu erzeugen, die als Eigenschaften einer Situation oder eines Charakters verstanden werden.

Die Lichtgestaltung im Film soll der Erzählung untergeordnet sein, soll die Informationen des Plots unterstreichen und Hinweise auf die Story geben. Licht und Schatten sind filmische Gestaltungsmittel, die sich sowohl dem natürlichen Licht in den Szenen anpassen können, die aber auch künstlich eingesetzt werden, um die Narration zu unterstützen. Szenen in Film oder Fernsehen spielen entweder am Tag, in der Nacht oder der Dämmerung, sie spielen außen oder innen. Damit sind jeweils bestimmte natürliche Lichtverhältnisse verbunden, die in der Ausleuchtung der Szenen betont werden können. Agieren die Figuren in einer Szene tagsüber in einem Innenraum, kann z.B. Sonnenlicht durch ein Fenster fallen und die Szene erleuchten, abends bzw. nachts können im Bild selbst Lichtquellen wie Lampen oder Kerzen zu sehen sein, die das Geschehen erhellen und für die Zuschauer sichtbar machen. Zugleich wird die Szene aber besonders ausgeleuchtet, um die Erzählung zu unterstützen.

Lichtgestaltung kann also:

  • Aufmerksamkeit lenken
  • Räumlichkeit darstellen
  • Strukturen hervorheben
  • Stimmungen schaffen
  • charakterisieren
  • Dunkel machen
  • Schatten kontrollieren.
 
 
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