Adressen
Archive, Museen, Kinematheken – National
In Deutschland gibt es kein gewachsenes nationales Filmarchiv. Nach Ende des 2. Weltkrieges wurden deutsche Filmbestände aufgeteilt und in die UdSSR und die USA abtransportiert. Die Spielfilmbestände des ehemaligen Reichsfilmarchivs, das 1934 eingerichtet worden war, gingen an das Staatliche Filmarchiv der DDR und sind erst seit der Wende einer gemeinsamen Archivierung zugänglich.

Bundesarchiv – Filmarchiv

„Aufgabe des Filmarchivs ist die möglichst vollständige archivische Sicherung der deutschen Filmproduktion, unabhängig davon, ob ein Film bei einem privaten Produzenten oder in einer Institution entstanden ist. Davon ausgenommen sind Auftrags- und Eigenproduktionen öffentlich-rechtlicher und privater Fernsehanstalten.“
Bundes-Archiv

Das Bundesarchiv wurde 1950 gegründet und unterhält seit 1952 eine Filmabteilung sowie ein Bild- und ein Ton-Archiv. 1990 wurden die Bestände des Filmarchivs Koblenz und des Staatlichen Filmarchivs der DDR zusammengeführt, eine neue Abteilung Filmarchiv wurde eingerichtet (in Berlin).

Vorrangig werden filmische Dokumente zur deutschen Geschichte und Zeitgeschichte gesammelt, daneben auch Dokumente zur Filmgeschichte. Das Bundesarchiv übernimmt außerdem Aufgaben eines zentralen deutschen Filmarchivs, darunter die möglichst vollständige Archivierung der deutschen Filmproduktion.

Die Bestände umfassen ca. 60 000 Film-Titel (Koblenz), 64 000 Film-Titel (Berlin).

Darüber hinaus gibt es eine umfangreiche Sammlung von Materialien: Fotos, Film-Plakate, eine Bibliothek. Das Filmarchiv verfügt über technische Möglichkeiten zur Restaurierung, Konservierung, Umkopierung und Lagerung von Filmen.

Deutsche Wochenschauen werden in einem Pilot-Projekt online erschlossen und verfügbar gemacht.

Teile des Bestandes sind online abrufbar.

Bundesarchiv (www.bundesarchiv.de) Deutsche Wochenschauen online (www.wochenschau-archiv.de)

Deutsches Film-Institut – DIF

„50 Jahre kontinuierliches und systematisches Sammeln und Auswerten: das ist das eigentliche Vermögen des DIF, von dem Nutzerinnen und Nutzer profitieren, die zudem auf einen eingehenden und individuellen Beratungsservice rechnen können.“
Claudia Dillmann, Leiterin des DIF

Das Deutsche Institut für Filmkunde (DIF) wurde 1949 in Wiesbaden gegründet.

Das Textarchiv umfasst neben der Bibliothek und dem Zeitschriftenarchiv umfangreiche Materialsammlungen sowie eine Dokumentationsabteilung. Die Bestände der Bibliothek sind online recherchierbar. Die Bestände des Filmarchivs sind zum Teil für nichtkommerzielle Zwecke ausleihbar, Materialien zu den Filmen sind online abrufbar. Das Bildarchiv enthält neben Fotos zu deutschen Filmen auch Fotos zu Filmen, die in der Bundesrepublik nach 1945 gezeigt wurden (einschließlich amerikanischer Filme).

Deutsches Filminstitut, Frankfurt/Main (DIF) (www.deutsches-filminstitut.de)

Deutsches Filmmuseum Frankfurt

Das Deutsche Filmmuseum wurde 1983/84 von der Stadt Frankfurt eingerichtet. Grundlage des Archivs sind mehrere private Sammlungen, darunter das Archiv für Filmkunde (von Paul Sauerländer, umfasst neben Kopien, Büchern, Zeitschriften, Fotos und Plakaten auch Kameras und Projektoren sowie Materialien zur Stummfilm-Musik), sowie der Nachlass der Filmhistorikerin Lotte Eisner, der Schauspielerin Lilian Harvey, des Avantgarde-Filmers Oskar Fischinger. 1998 wurde auch das Archiv des Zeichentrickfilm-Regisseurs Curt Linda übernommen.

Materialien über Oskar Fischinger, Hein Heckroth, Sven Ason Berglund, Wolfgang Zeller, Werner Fiedler sowie Dokumente zur deutschsprachigen Film-Emigration sind Bestandteil der Sammlungen.

Das Museum beherbergt eine Dauerausstellung zur Geschichte und Vorgeschichte des Films.

Deutsches Filmmuseum, Frankfurt/Main (www.deutsches-filmmuseum.de)

Filmmuseum Berlin – Deutsche Kinemathek

Die Deutsche Kinemathek wurde 1963 gegründet. Der Film-Bestand umfasst etwa 12 000 deutsche und ausländische Stumm- und Tonfilme, mit dem Schwerpunkt Avantgarde-, Experimental- und Dokumentarfilm. Filme können für nichtgewerbliche Zwecke ausgeliehen werden, die Kinemathek betreut als Verleih zudem die Produktionen der Deutschen Film- und Fernseh-Akademie Berlin.

Die Sammlungen umfassen Szenen-, Porträt- und Werkfotos, Drehbücher, Plakate, Filmprogramme, Zulassungskarten, filmografische und biografische Materialien, Nachlässe sowie Projektoren, Kameras und Zubehörgeräte von der Frühzeit des Kinos bis heute. Spezial-Bereiche: Film-Architektur, sowie Special Effects / Animation / Phantastischer Film. Außerdem werden Dokumente zum deutschen Filmexil gesammelt. Die Bibliothek enthält zahlreiche Fachzeitschriften, darunter frühe Zeitschriften wie Der Kinematograph, die Licht Bild Bühne, den Film-Kurier. In der Marlene Dietrich Collection Berlin wird der umfangreiche Nachlass von Marlene Dietrich bewahrt.

Stiftung Deutsche Kinemathek, Berlin (www.kinemathek.de)

Filmmuseum München

Schwerpunkt der Filmsammlung sind deutsche Stummfilme, die Filme des „Neuen Deutschen Films“, sowie Münchner Produktionen (darunter die Münchner Lichtspielkunst AG, Emelka, der 10er und 20er Jahre; die bayerische Filmkunst-Produktion der 30er Jahre; die Bavaria Film AG der Nachkriegsjahre). Das Archiv enthält außerdem eine Sammlung russischer Filme sowie den Nachlass von Orson Welles.

Ein weiterer Schwerpunkt: die Rekonstruktion deutscher Filme der 20er Jahre.

Kopien können unter bestimmten Umständen ausgeliehen werden.

Filmmuseum im Münchner Stadtmuseum (www.stadtmuseum-online.de)

Filmmuseum Potsdam

Das ehemalige Filmmuseum der DDR beherbergt insbesondere Nachlässe von Filmschaffenden der DEFA eingegliedert: 1991 erwarb das Filmmuseum Fotos, Plakate, filmtechnische Geräte, Modelle und Szenenbildentwürfe vor allem aus dem Erbe der DEFA. Gesammelt wurden vor allem Dokumente zur Film- und Kinogeschichte Deutschlands, insbesondere zu den Babelsberger Filmstudios von 1912 bis in die Gegenwart, seine Künstler und Filme, aber auch zu Bioscop, UFA und DEFA. Ein weiterer Schwerpunkt: die Geschichte der Filmtechnik in Deutschland.

Ständige Ausstellung zur Geschichte der Babelsberger Filmstudios.

Filmmuseum Potsdam (www.filmmuseum-potsdam.de)

Akademie der Künste, Berlin

Die Berliner Akademie der Künste „hat die Aufgabe, die Kunst zu fördern und die Bundesländer in allen Angelegenheiten der Kunst zu beraten und zu unterstützen“.

Die Akademie unterhält eine Abteilung Film- und Medienkunst, die regelmäßig Film-Vorführungen, Diskussionen, Retrospektiven, Seminare veranstaltet.

Die Akademie verleiht den Konrad-Wolf-Preis“.

Akademie der Künste, Berlin (www.adk.de)

DEFA-Stiftung

Zur Verwertung aller DEFA-Filmproduktionen wurde 1999 die DEFA-Stiftung gegründet. Sie soll das Film-Erbe der DDR erschließen und nutzbar machen. Von 1946 bis zum Juni 1990 wurden von der DEFA 950 Spielfilme, 820 Trickfilme, 5200 Dokumentarfilme und Wochenschauen sowie rund 5200 deutschsprachige Synchronisationen ausländischer Filme produziert. In einer Datenbank (online) sind alle Filme verzeichnet, an denen die DEFA-Stiftung Rechte (bzw. Teilrechte) wahrnimmt.

Für Arbeiten zur Pflege und Nutzbarmachung des DEFA-Filmstocks und des DEFA-Erbes stehen Projekt-Mittel und Stipendien zur Verfügung.

DEFA-Stiftung (www.defa-stiftung.de)

Fassbinder Foundation

Die Fassbinder Foundation wurde 1986 von Fassbinders Mutter Liselotte Eder gegründet. Sie verwaltet den Nachlass des Regisseurs einschließlich großer Teile der Film-Rechte sowie der Rechte an Theaterstücken, Adaptionen, Hörspielen, Drehbüchern, Liedertexten.

Die Website der Foundation enthält Angaben zu den 45 Filmen Fassbinders sowie Hinweise auf empfehlenswerte Literatur über den Regisseur.

Fassbinder Foundation (www.fassbinderfoundation.de)

Freunde der deutschen Kinemathek

1963 wurde der Verein „Freunde der Deutschen Kinemathek“ ins Leben gerufen. Daraus entwickelte sich wichtige filmische Institution, die aus der Filmkultur Deutschlands nicht mehr wegzudenken ist.

Die Freunde betreiben ein eigenes Kino, das Arsenal, das für viele kommunale Kinos zum Vorbild wurde.

Seit 1971 veranstalten die Kinemathek im Rahmen der Berliner Filmfestspiele das Internationale Forum des Jungen Films.

Freunde der deutschen Kinemathek (www.fdk-berlin.de)

Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung

Die Friedrich Murnau Stiftung wurde 1966 gegründet, als Rechtsnachfolgerin der ehemaligen Produktionsfirmen UFA, Universum-Film, Bavaria, Terra, Tobis und Berlin-Film.

Der Bestand umfasst Kopien und Materialien samt der damit verbundenen Rechte aus über sechs Jahrzehnten deutscher Filmproduktion – vom Beginn der Laufbilder“ 1895 bis zum Anfang der 60er Jahre: insgesamt rund 2000 Stummfilme und 1000 Tonfilme. Hinzu kommen 60 000 Fotos, Plakate und Werbematerialien, Drehbücher, Dialoglisten sowie Fachliteratur inklusive Fachzeitschriften.

Der Filmbestand ist online einsehbar. Angegeben sind auch die Quellen, bei denen Kopien ausgeliehen werden können.

Friedrich Wilhelm Murnau Stiftung (www.murnau-stiftung.de)
 

Suchen